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2005 Wolfgang Hildesheimer - Ein großer Sohn der Stadt

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Ein Beitrag zum Kulturentwicklungsplan nach einem Hörspiel von Wolfgang Hildesheimer

Das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern mag Pate gestanden haben für Hildesheimers Werk über eine kulturhistorische Wiederentdeckung zwischen Medienspektakel und Politkarneval. Pathetischer Tiefsinn, lokalpolitisches Intrigantentum, individuelle Profilneurosen und abgebrühter Fälschergeist greifen dabei aufs Harmonischste ineinander. Ähnlichkeiten mit aktuellen bildungs-, kultur- und wirtschaftspolitischen Ereignissen sind rein zufällig.

Thomas Müller

Ein unbekanntes Hörspiel aus den 50er Jahren auf der kleinen Steiff-Saal-Bühne?

17 Schauspielerinnen und Schauspieler, 3 Techniker samt Leitungsteam kämpfen mit einer Vielzahl von Schauplätzen, fast unlösbarer Lichttechnik und mit einer harmlosen und doch intellektuell durchaus raffinierten Intrige, die ein städtisches Kulturleben auch heute noch ganz schön durcheinander wirbeln kann. Unterstützt werden wir auch in diesem Jahr von unserem Masketeam und einer Kostümschneiderin aus der Jahrgangsstufe 12.

Irmgard Pflüger

Wolfgang Hildesheimer

alt"Geschichtsschreibung ist die Dokumentation des ewig Scheiternden."

Wolfgang Hildesheimer

Biographie

Wolfgang Hildesheimer wurde am 9. Dezember 1916 als Sohn jüdischer Eltern in Hamburg geboren. Weitere Stationen seiner Kindheit waren, Berlin, Cleve, Njimegen und Mannheim. 1933, nach der Machtergreifung Hitlers, emigrierte die Familie nach Palästina. Dort erhielt Wolfgang Hildesheimer zunächst eine Ausbildung in Möbeldesign und Innenarchitektur. Nach einem Bühnenbildnerkurs in Salzburg studierte er von 1937 bis 1939 in London Malerei und Bühnenbildnerei an der Central School of Arts and Crafts. Mit Kriegsbeginn kehrte er nach Palästina zurück und arbeitete bis 1942 als Englischlehrer am British Council in Tel Aviv und bis 1946 als Informationsoffizier in Jerusalem. An den Nürnberger Prozessen beteiligte sich Hildesheimer von 1946 bis 1949 als Simultandolmetscher, nach 1948 als Redakteur ihrer gesamten Protokolle. Anschließend lebte er als Maler in der Nähe von München.

Ab 1952 wurde Hildesheimer auch als Schriftsteller bekannt. Er veröffentlichte seine erste Kurzprosasammlung "Lieblose Legenden". Danach entstanden unter anderem der Roman "Paradies der falschen Vögel" (1953) und mehrere Hörspiele, darunter "An den Ufern der Plotinitza" (1954), "Prinzessin Turandot" (1954) und "Das Opfer Helena" (1955). In den folgenden Jahren setzte er sich intensiv mit dem absurden Theater auseinander und veröffentlichte zahlreiche Dramen, Hörspiele und Romane, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Seine bekanntesten Bücher aus dieser Zeit sind Tynset (1965), Mozart (1977) und Marbot (1981).

1966 erhielt Hildesheimer den Georg-Büchner-Preis, 1982 den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und 1991 den Literaturpreis der Stadt Weilheim. Außerdem wurde er 1982 Ehrendoktor der Universität Gießen.

1983 hörte Hildesheimer bewusst auf, literarische Texte zu schreiben und widmete sich von da an vorwiegend seinen Graphiken und Collagen. Er verstarb am 21. August 1991 in Poschiavo (Graubünden), das er bereits 1957 zu seiner Wahlheimat gemacht hatte.

Hildesheimer, der Mitglied der Gruppe 47 war, gilt als eigenwilliger Schriftsteller, der oft mit grotesken Mitteln geschliffene Gesellschaftskritik übte. Gelassene Ironie verbindet sich in vielen seiner Werke mit einer ausgesprochen skurrilen Phantasie.

Weitere Informationen:

Bild: Autoren in Wort und Bild, Bertelsmann Club GmbH, Gütersloh, S. 124

Irmgard Pflüger

Die Rollen und ihre Spieler

Darsteller

Hochhaus, Oberbürgermeister - Thilo Rommel
Florian Geyer, Kulturphilosoph - Niko Edelmann
Silvia, seine Partnerin - Anika Becker
Gottfried Franze, Bildhauer - Volker Zaiss
Bruhlmuth, Kulturdezernentin - Mirjam Pflüger
Professor Hochstötter, Oberbaurat - Fabian Keck
Finanzdezernentin - Viktoria Bölli
Kultusministerin - Elena Lindenmayer
Herr Bleyle - Grischa Schelker
Fremdenführerin - Veronika Kölle
Jungunternehmerin - Lisa Markel
Frau Hochhaus - Ann-Kathrin Steimer
Reporterin - Anja Satzger
TV-Moderatorin - Josipa Sipura
Redakteurin - Nadja Baloscheskul
Frau Gabler, Sekretärin - Lena-Sofia Jahn
Frau Knotek, Sekretärin - Juliane Renner
Denkmal - Grischa Schelker
Das Ding an sich / Raoul - Viktoria Bölli
Chor der Jungfrauen - Nadja Baloscheskul
    Elena Lindenmayer
    Anja Satzger
    Josipa Sipura
Salonmusikerin - Veronika Kölle
Kellner - Grischa Schelker
Dienstmädchen - Elena Lindenmayer
    Juliane Renner

Maske

Julia Albrecht, Kristina Dworsky, Ricarda Jakob, Jina Schnitzer, Alexandra Steimer, Helena Wakengut

Ton- und Lichttechnik

Michael Gansmann, Jochen Mack, Jan Philipp Schmiga

Kostüme

Kristin Hildenbrand

Leitung

Irmgard Pflüger
Thomas Müller

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Aufführungen

Nach dem Hörspiel "Die Bartschedel-Idee"

Fünf Aufführungen im Margarete-Steiff-Saal (28. Juni, 01., 05., 14. und 15. Juli, jeweils 20.00 Uhr)

Teilnahme an den Schultheatertagen des Theaters Ulm (09. Juli, 19.30 Uhr)